Wie wird der Wald klimafit?

Artenreiche Mischwälder und naturnahe Waldbewirtschaftung sichern künftig die Forstwirtschaft in Niederösterreich.

Karl Lobner, Schul-Dir. Franz Aichinger, Forst-Dir. Werner Löffler, Lukas Baumgartner, Johann Watschka, Stefan Schenker, LK-NÖ-Präsident Johannes Schmuckenschlager, BBK-Obm. Josef Fuchs, Harald Wrede, LR a.D. Franz Blochberger, Rainer Leitner und Bgm. Josef Freiler (v. l.). (C) Jürgen Mück

Im Mittelpunkt der hochkarätig besetzten Expertenrunde an der Fachschule Warth wurden, am 4. Dezember, geeignete Maßnahmen für klimafitte Wälder im südlichen Niederösterreich diskutiert. „Die heimischen Wälder stehen durch den Klimawandel mit höheren Temperaturen und trockenen Sommern gehörig unter Druck. Besonders die Fichte ist in den Lagen unter 600 Höhenmetern von Trockenstress und Borkenkäferbefall stark betroffen“, betonte LK-NÖ-Präsident, NAbg. Johannes Schmuckenschlager. 

Expertengespräch an der Fachschule Warth

„Gut gepflegte und artenreiche Wälder sind am besten geeignet, um dem Klimawandel wirksam zu begegnen. Zudem verringern Mischwälder das Risiko von Schäden“, so der Kammerpräsident. Auch Landesrat a. D. Franz Blochberger, Forstdirektor Werner Löffler und Forstwirt Stefan Schenker waren sich einig, dass der Aufbau stabiler und gesunder Wälder oberste Priorität besitzt. Denn nur vitale Mischwälder sichern auch künftig die Forstwirtschaft, so der einhellige Tenor. 

Die Waldbesitzer werden daher künftig noch stärker über die richtige Baumartenwahl und die geeignete Waldpflege informiert. Als Ersatz für die Fichte bieten sich, je nach Lage und Boden, die Tanne, verschiedene Eichenarten sowie die Douglasie an, da diese Baumarten mit den geänderten Klimaverhältnissen besser zurechtkommen. Mit dem Anbau standortgerechter Gastbaumarten, in enger räumlicher Verzahnung mit einheimischen Baumarten, kann das Spektrum der künftig geeigneten Baumarten erhöht werden. Mischwälder tragen entscheidend zur Risikominimierung im Klimawandel bei, da sie Störungen leichter ausgleichen können und daher gegenüber Schäden weniger anfällig sind als Reinbestände. 

Für Waldbesitzer gibt es Spezialberatungen

Die Wetterkapriolen, wie der trockene Sommer, und der Borkenkäfer machen den forstlichen Pflanzen vielerorts stark zu schaffen. Für Waldbesitzer in käfergeschädigten Waldgebieten hat die Landwirtschaftskammer NÖ jüngst einen forstlichen Beratungsschwerpunkt gestartet. 

Der Kampf gegen den Borkenkäfer und die Wiederbewaldung der Kahlflächen stellen die Waldbesitzer vor große Herausforderungen. In Gruppen- und Einzelberatungen vor Ort bietet die Landwirtschaftskammer NÖ deshalb in den nächsten Monaten interessierten Waldbesitzern eine Entscheidungshilfe für alle Fragen im Zusammenhang mit Waldbau, Forstschutz und forstlicher Förderung an. 

Vorrangig sollen bei den Waldbegehungen die weitere waldbauliche Behandlung käfergeschädigter Bestände, die Wiederaufforstung der Kahlflächen mit geeigneten Baumarten und vorbeugende Maßnahmen bei der Borkenkäferbekämpfung besprochen werden. Nicht zu kurz darf die Frage kommen, wie Wälder klimafitter gemacht werden können. Für Fragen und nähere Informationen steht für Waldbesitzer der Forstsekretär in der zuständigen Bezirksbauernkammer zur Verfügung.

Kontakt zur Bezirksbauernkammer

12. Dezember 2018