Startschuss für großes Regionalprojekt in NÖ

„Grüner Ring“ soll Grünräume sichern, Entwicklungen und Potentiale werden verbessert und Lebensqualität gestärkt.

Grünräume um Wien und in der gesamten Ostregion werden für die nächsten Generationen gesichert. Im Bild (v. l.): LH-Stv. Stephan Pernkopf und Ziviltechniker Thomas Knoll. (C) NLK/ Pfeiffer

Die gesamte Ostregion ist von hoher Lebensqualität, einer unglaublichen Dynamik und großem Siedlungs- sowie Nutzungsdruck geprägt. Insgesamt leben in diesem Gebiet rund 2,5 Millionen Menschen – mit steigender Tendenz. Ein Bündel an Maßnahmen und Leitprojekten soll diese Dynamik steuern und Agrar- und Grünräume in einem „Grünen Ring“ nachhaltig sichern.

Naherholungsräume und wertvolle Äcker schützen

„Wir wollen Naherholungsräume und wertvolle Äcker schützen und gleichzeitig die Potentiale für Wohnen und Arbeiten noch besser aufeinander abstimmen und nutzen. Die Gemeinden und das Land werden miteinander die Entwicklung in die Hand nehmen und gemeinsam mit Experten sowohl das Marchfeld und Gänserndorf als auch den Gerichtsbezirk Schwechat intensiv unter die Lupe nehmen und beplanen. Entstehen soll ein ‚Grüner Ring‘. Also vernetzte Grünräume vom Biosphärenpark Wienerwald bis zum Nationalpark Donau-Auen und vom Weinviertel und Marchfeld bis zum Leithagebirge“, so LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf über das größte Regionalplanungsprojekt in der Geschichte Niederösterreichs. 

Inhaltlich baut der „Grüne Ring“ auf zwei Umsetzungssäulen auf: Die erste Säule bilden zwei Leitplanungen, im Bezirk Gänserndorf, und im Gerichtsbezirk Schwechat. In diesen Leitplanungsprozessen wird es um den Entwurf einer Entwicklungsstrategie für die gesamte Region und ein Miteinander zwischen Gemeinden, Land NÖ und der Stadt Wien gehen. Am Ende des rund eineinhalb Jahre dauernden Prozesses werden klar abgestimmte Potentiale für Siedlungsentwicklung oder Betriebsansiedlungen definiert, aber auch Siedlungsgrenzen und Erhaltenswerte Landschaftsteile verordnet. „Damit wollen wir auch verhindern, dass die Ortschaften zusammenwachsen. So schützen wir das Gesicht unserer Heimat und erhalten den Charakter unserer Orte,“ so Pernkopf. 

Zu diesen Leitplanungen kommen noch mehrere Leitprojekte in den beiden Regionen und darüber hinaus, so auch das Projekt „Lena“ im gesamten Römerland Carnuntum (dient Erhalt und Weiterentwicklung einer identitätsstiftenden Baukultur), der Revitalisierung des Petersbachs in Vösendorf, einem Ökologiekonzept für Fischamend und Rauchenwarth, dem Regionalpark „Drei Anger“ in Gerasdorf, Floridsdorf und der Donaustadt und einem Projekt zu ökologischen Verbesserung der Windschutzgürtel in der „Airportregion“. Zu diesen Projekten können und werden in den nächsten Monaten sowie Jahren noch weitere dazukommen. 

„Schon Otto Wagner, der bekannte Stadtplaner und ‚Vater der Moderne‘, wollte die damalige Reichs- und Residenzstadt Wien in Ringen anordnen. Im Verkehrsbereich ist das heute mit Ring und Gürtel Realität, der „Grüngürtel“ rund um die Millionenstadt blieb aber unvollendet. Mit dem nun vorgestellten Projekt wird diese Idee Wagners weitergeführt“, so Pernkopf. 

Thomas Knoll, Geschäftsführer von „Knollconsult“ und Präsident der Gesellschaft für Landschaftsarchitektur, sprach von einem historischen Projekt für die Raumordnung und Regionalplanung: „Der ‚Grüner Ring‘ ist sowohl vom Umfang, als auch von seinem zukunftsweisenden Ansatz her einzigartig in Österreich. Zum einen wird es damit gelingen, Grünräume in der gesamten Ostregion zu sichern, für die Landwirtschaft genauso wie als Erholungs- und Rückzugsräume. Und zum anderen ist es auch sehr wichtig, sich gemeinde- und länderübergreifend abzustimmen“, so Knoll.

18. Oktober 2018