Unsere Geschichte

Ein Weg voller Meilensteine

Engelbert Dollfuß begann die österreichische Landwirtschaft zu reformieren, wirkte bei der Errichtung der Niederösterreichischen Landwirtschaftskammer mit und wurde gleich im Gründungsmonat Juni 1922 deren Sekretär (1927 deren Direktor). 

Einen besseren Zeitpunkt hätte es für die „Geburt“ der NÖ Landes-Landwirtschaftskammer wohl nicht geben können. Die furchtbaren Auswirkungen des 1. Weltkrieges waren überall spürbar. Die landwirtschaftliche Produktion konnte den Lebensmittelbedarf bei weitem nicht decken. Der Hunger war ständiger Begleiter des Alltagslebens. Die neue Kammer schürte nun die Hoffnung auf Produktionssteigerung. Bundeskanzler Ignaz Seipel sprach in seiner Rede zur Kammerkonstituierung von einem „Mittel zur Selbsthilfe für unser Volk und Land“.

Eigene Kammer als Mittel zur Selbsthilfe

Und dies war einer der vielen großen Meilensteine in der Geschichte des Niederösterreichischen Bauernbundes. Zu den ursprünglichen, immer noch geltenden, Programmpunkten der Gründungsstunde 1906, wurde den Bäuerinnen und Bauern nun ein völlig neues Lebensgefühl vermittelt: Unabhängigkeit und die Hilfe zur Selbsthilfe.

Dazu gehörte also die neue Landwirtschaftskammer, die bereits nach der ersten Wahl beinahe ausschließlich von Bauernbündlern besetzt wurde, als Berufs- und Interessenvertretung. In dieser Zeit ging es überhaupt „Schlag auf Schlag“ mit neuen Errungenschaften für die landwirtschaftlich arbeitende Bevölkerung.

Grundstein für Genossenschaftswesen

Dollfuß trieb ebenso die Errichtung der landwirtschaftlichen Genossenschaften voran, die auch nach 1934 im Ständestaat gefördert wurden. Bereits 1893 war ja mit dem ersten Getreidelagerhaus in Pöchlarn der Grundstein für die Lagerhäuser als regionale Wirtschaftspartner für die Landwirte gelegt worden. Nach 1918 entstanden dann in allen heutigen Bundesländern, außer in Wien, Lagerhäuser, die in Bundesländerzentralen zusammengeschlossen waren.

Dollfuß erkannte auch die Zeichen der Zeit und setzte sich für die Landarbeiter-Versicherung und die Unfallversicherung für alle bäuerlichen Familien ein. Auch am Schutz vor unkalkulierbaren Unglücksfällen wurde weiter gearbeitet. Und so erfolgte 1923 die Gründung der „Ersten n.oe. Brandschaden-Versicherungsaktiengesellschaft“, bei der die junge NÖ Landes-Landwirtschaftskammer als Hauptaktionär fungierte. Dies kann als „Geburtsstunde“ der Niederösterreichischen Versicherung betrachtet werden. 

Ebenso findet sich in dieser Zeit bereits die „Niederösterreichische Landes-Hagelversicherungsanstalt“, die vorerst bis 1922 existierte und danach einem stetigen Wandel, fortwährenden Änderungen und Neuerungen unterzogen wurde. 

Ein Bund mit Rückgrat >