Unsere Geschichte

Viel erreicht, noch nicht am Ziel

Die Jahre nach 1956 waren geprägt von großen agrarpolitischen Neuerungen und Änderungen. Das Amt des NÖ Bauernbunddirektors hatte nun Eduard Hartmann inne, der später auch von Bundeskanzler Julius Raab mit dem Amt des Landwirtschaftsministers betraut wurde. 

Seine Zielsetzungen waren die Sicherung der Ernährung, die Erhaltung eines wirtschaftlich gesunden Bauernstandes und die Bereitstellung entsprechender Fördermittel – der „Grüne Plan“ war geboren. Basis dafür war ein jährlicher Bericht über die wirtschaftliche Lage der Landwirtschaft (Grüner Bericht).

Niederösterreich stand in dieser Zeit vor einigen Herausforderungen. Der Strukturwandel verlangte nach neuen Wegen. Ein neues Leitbild war gefragt. Viel Augenmaß und die notwendige Konsequenz zur Durchsetzung der Anforderungen. Andreas Maurer, der Mann der Stunde. Der Bauer aus Trautmannsdorf war von Jugend an mit Enthusiasmus in der Bauernvertretung seiner Gemeinde tätig, bekleidete bald das Amt des Agrarlandesrates, 1966 wurde er einstimmig zum Niederösterreichischen Landeshauptmann gewählt. Die Prinzipien einer modernen, wissenschaftlich fundierten Raumordnung gelangten durch die zielgerichtete Arbeit Maurers zu immer größerer Bedeutung. 

Agrarland Nr. 1 bekommt Landwirtschaftsgesetz

Niederösterreich blieb also Agrarland Nummer eins, wurde aber auch gleichzeitig Industrieland Nummer eins innerhalb Österreichs. Ganz besonders lagen ihm auch die Förderung von Aussiedlerhöfen, die Reorganisation des Schulwesens und der Ausbau des Straßennetzes am Herzen. Er war es auch, der tatkräftig unterstützte, dass das „NÖ Landwirtschaftsgesetz“ 1976 endlich verwirklicht werden konnte. Damit war das Land zur Bereitstellung der für die Förderung der Landwirtschaft notwendigen Mittel aus dem Landeshaushalt verpflichtet und auch die Lage der Bäuerinnen wurde durch Ausbildung und Bereitstellung von Dorfhelferinnen und Einführung des Betriebshelferdienstes grundlegend verbessert. 

Von 1970 bis 1981 trat ein bisher unvorstellbarer Fall ein: Die Sozialisten erreichten unter ihrem Parteichef Bruno Kreisky eine absolute Mehrheit und stellten in den Folgejahren auch die Landwirtschaftsminister.

Bereits 1971 kam es zum großen Knall. Die aufgestaute Verbitterung der Bäuerinnen und Bauern, ausgelöst durch die bauernfeindliche Regierungsführung, entlud sich in der machtvollsten bäuerlichen Demonstration, die es in Österreich je gegeben hatte. Mit mehr als 7.000 Traktoren zogen die niederösterreichischen Landwirte am 19. März 1971 in die Bundeshauptstadt, wo sich bereits schon weitere 10.000 Bäuerinnen und Bauern auf dem Wiener Ballhausplatz versammelt hatten. Die Großdemonstration der Bauern, deren Planung und Durchführung Bauernbunddirektor Robl geleitet hatte, verfehlte weder bei der Bevölkerung noch bei der Regierung ihre Wirkung. Hatte Bundeskanzler Kreisky noch einen Tag zuvor erklärt, dass es „unter dem Druck der Straße keinen Groschen für die Bauern“ geben werde, so fand er sich schließlich doch bereit, einer Milchpreisnachziehung sowie einer Verbesserung der Treibstoffpreisverbilligung seine Zustimmung zu geben.

Gründung einer Sozialversicherung

Ein weiteres Musterbeispiel für eine erfolgreiche Maßnahme ist untrennbar mit dem ehemaligen Bauernbundobmann Alois Scheibenreif verbunden. 1974 entsteht die Sozialversicherung der Bauern, SVB. Ab 1974 umfasste die SVB dann alle bisherigen Zweige und Anstalten der bäuerlichen Sozialversicherung, nämlich Unfall, Krankenversicherung und eben die Bauernpension. 

Unter den Referenten des Österreichischen Bauernbundes finden wir den jungen Erwin Pröll. Er wird 1980 NÖ Agrarlandesrat. Bereits 10 Monate später nähert er sich dem Amt NÖ des Landeshauptmannes und wird Landeshauptmannstellvertreter.

In weiterer Folge positionierte sich der NÖ Bauernbund als politische Organisation. Natürlich konnte dadurch der Strukturwandel mit immer weniger werdenden bäuerlichen Betrieben nicht verhindert werden, dennoch blieb so der politische Einfluss ungeschmälert und war bei vielen Entscheidungen die Landwirtschaft betreffend überlebenswichtig für die Bäuerinnen und Bauern. 

Am 12. November 1983 wählte der Landesbauernrat Hans Penz zum Bauernbunddirektor. Auf Andreas Maurer folgte 1989 Agrarlandesrat Franz Blochberger als Bauernbundobmann.

Ruhige Zeiten gibt es nicht >