Tag der leeren Supermarktregale jährt sich zum ersten Mal - Bauernbund Niederösterreich

Tag der leeren Supermarktregale jährt sich zum ersten Mal

Edtstadler/Pernkopf/Schmuckenschlager: Lebensmittelversorgung muss immer sichergestellt sein

„Jahrestag der leeren Supermarktregale“: Bundesministerin Karoline Edtstadler, NÖ Bauernbundobmann LH-Stv. Stephan Pernkopf, LK-NÖ-Präsident Johannes Schmuckenschlager und NÖ Bauernbunddirektor Paul Nemecek setzen sich für mehr Versorgungssicherheit ein. (c) NÖ Bauernbund

Seit gut einem Jahr hat die Corona-Pandemie die Welt im Griff und die Bevölkerung blickt täglich gespannt auf Infektions-Kurven, Inzidenz-Zahlen und Intensiv-Betten. Trotzdem ist die Vergessenskurve steil und vieles vom Beginn der Pandemie wurde bereits wieder vergessen.

Vor rund einem Jahr, es war Freitag der 13. März, kam es zu massiven Hamsterkäufen in ganz Österreich und binnen Stunden waren die Supermärkte nahezu leergefegt. Unsicherheit in der Bevölkerung war die Folge. Dieser Tag ist als Tag der leeren Supermarktregale in die Geschichte eingegangen. Um die richtigen Lehren daraus zu ziehen lud NÖ Bauernbundobmann LH-Stv. Stephan Pernkopf gemeinsam mit Bundesministerin Karoline Edtstadler und LK-NÖ-Präsident Johannes Schmuckenschlager zur Pressekonferenz ins Palais Niederösterreich.

„Bilder mit Menschenmassen vor und leeren Regalen in den Supermärkten waren bis vor kurzem undenkbar in Österreich und Europa. Leere Regale sorgen für Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Wir danken jeder einzelnen Bäuerin und jedem einzelnen Bauern in Österreich, dass sie mit ihrer Arbeit auf den Feldern und in den Ställen für die schnelle Wiederbefüllung der Regale gesorgt haben und so die Versorgungssicherheit wiederhergestellt haben. Damit zukünftige Krisen sich nicht wieder direkt in der Versorgungssicherheit niederschlagen, müssen jetzt die richtigen Maßnahmen gesetzt werden, damit die Lebensmittelversorgung immer sichergestellt werden kann“, zeigten Edtstadler, Pernkopf und Schmuckenschlager Einigkeit in ihrer gemeinsamen Arbeit für mehr Sicherheit in Österreich.

„Europa muss jetzt das Fundament legen“

Europaministerin Edtstadler setzt sich besonders in Brüssel für eine Verbesserung ein: „Die Krise hat die Stärken, aber auch die Schwächen der EU klar aufgezeigt. Das wichtigste ist jetzt, die richtigen Lehren aus der Pandemie zu ziehen und das Fundament für eine bessere Versorgungssicherheit für zukünftige Generationen zu legen.“ In dieser Frage verwies die Ministerin vor allem die Verhandlungserfolge in der Agrar-Budgetfrage, wo 35 Millionen mehr zur Verfügung stehen oder auch die EU-Zukunftskonferenz. „Jetzt ist der Weg frei. Seit Juni haben wir mit den Vorbereitungen gestartet. Wenn wir Europa weiterentwickeln wollen, müssen wir handeln, denn die EU ist das, was wir draus machen. Der ländliche Raum spielt hier eine zentrale Rolle. Um die Kommunikation zu stärken, setzen wir auf die EU-Gemeinderäte. Ich möchte diese in jeder Gemeinde etablieren, denn wir brauchen den Dialog“, so Edtstadler in der Pressekonferenz.

Am heute stattfindenden Weltfrauentag bedankte sich Edtstadler auch bei einer Berufsgruppe besonders: „In 8 von 11 als systemrelevant eingestuften Berufen sind Frauen in der Mehrheit. Im Einzelhandel oder in der Pflege, aber auch in der Landwirtschaft tragen Frauen die Gesellschaft. Jeder 3. Betrieb wird von Frauen geführt und sichern mit Liebe und Hingabe die Versorgung.“

„Landwirtschaft ist relevant für das Überleben“

Die große Bedeutung der heimischen Landwirtschaft für die Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln strich Pernkopf hervor: „Statt Freihandel um jeden Preis brauchen wir Sicherheit und Freiheit durch die Versorgung mit heimischen Lebensmitteln. Corona ist eine Weichenstellung, für die gesamte Welt, für Europa, und auch für die heimische Landwirtschaft. Denn mehr denn je wird uns klar: Wir müssen jederzeit in der Lage sein, uns selbst zu versorgen. Die Landwirtschaft ist nicht nur systemrelevant, sie ist relevant für das Überleben. Plötzlich wurde bewusst, wie wichtig die Versorgung mit heimischen Lebensmitteln ist und auch, dass es die Bauern sind, die die Regale füllen.“ Dieses Bewusstsein ist auch bei den Konsumenten angekommen. So haben die bäuerlichen Produkte im vergangenen Jahr massiv an Bedeutung gewonnen. Aktuellen AMA-Daten zufolge wurde der Ab-Hof-Umsatz um ein Viertel gesteigert, im zweiten Quartal 2020 sogar um mehr als 40 Prozent.

Notfallplan der EU soll landwirtschaftliche Betriebe stärken

Die Ankündigung der EU-Kommission einen Notfallplan für die Landwirtschaft zu erstellen sieht man im NÖ Bauernbund grundsätzlich positiv. „An diesem Plan werden wir vom Bauernbund mitarbeiten, unser EU-Abgeordneter Alexander Bernhuber ist hier schon mit Agrar-Kommissar Janus Wojciechowski in intensiven Gesprächen“, so Pernkopf, der auch auf einige Forderungen zum Notfallplan einging.

Einerseits soll die Landwirtschaft als kritische Infrastruktur eingestuft werden um die Versorgungssicherheit in Krisenzeiten zu erhöhen und andererseits die strategische Lagerhaltung als Kriseninstrument, um Produktionsausfälle und Marktpreisverwerfungen abfedern zu können eingeführt werden. Größte politische Bedeutung hat die Einführung eines Versorgungs-Checks bei europäischen Gesetzen. Also eine obligate Prüfung bei jeder neuen Richtlinie oder Verordnung, wie sich diese neue Regelung auf die Versorgungssicherheit auswirkt. „Ohne diesen Check kommen versorgungsschädigende Gesetze durch die Hintertür, das gilt es unter allen Umständen zu verhindern. Die Priorität muss in der Versorgung der Bevölkerung liegen. Das bringt Sicherheit und stärkt die Landwirtschaft“, zeigt Pernkopf den Hintergrund der Forderungen auf.

Niederösterreich ist das Agrarbundesland Nummer 1

Niederösterreichs Landwirtschaft mit seinen 38.000 Betrieben ist im Hinblick auf die Selbstversorgung gut aufgestellt. Ein Viertel aller landwirtschaftlichen Betriebe und die Hälfte der Ackerfläche Österreichs, das sind 676.000 Hektar, liegen im flächenmäßig größten Agrarbundesland Nr.1. Im Jahresschnitt produzieren Niederösterreichs Bauern 780.000 Tonnen Weizen, 570.000 Tonnen Kartoffeln und 650.000 Tonnen Milch, oder anders gesagt, jeder fünfte Liter Milch aus Österreich kommt von einem niederösterreichischen Betrieb. Diese Menge reicht aus, um ganz Niederösterreich und einen Großteil von Wien mit dem „Weißen Gold“ versorgen zu können. Neben dies en aktuellen Zahlen zeigt aber vor allem ein langjähriger Vergleich die hohe Leistungsbereitschaft auf: 1950 konnte ein Landwirt zehn Menschen mit Lebensmittel versorgen, heute ernährt ein österreichischer Bauer 120 Personen.

Herkunftskennzeichnung schafft Vertrauen und Fairness

„Eine durchgängige und transparente Herkunftskennzeichnung ist ein wichtiges Werkzeug, um das Ziel der Versorgungssicherheit zu erreichen. Sie bietet den Konsumenten eine wichtige Orientierungshilfe, um österreichische Lebensmittel zu erkennen und von ausländischen Produkten unterscheiden können. Es geht um das Bekenntnis zu heimischer Produktion – also darum, dass die Menschen beim Einkauf bewusst zu regionalen Produkten greifen. Nur wenn das gegeben ist, kann die Eigenversorgung mit Lebensmitteln sichergestellt werden“, so Schmuckenschlager über die dringend notwendigen Änderungen im Sinne der Fairness für Konsumenten und für die heimischen Bäuerinnen und Bauern bei der Herkunftskennzeichnung für Lebensmittel.

„Erdbeeren, Rindfleisch oder Zucker müssen nicht fliegen lernen, es gibt sie auch auf heimischen Boden“, erklärten Edtstadler, Pernkopf und Schmuckenschlager abschließend und zeigten damit den direkten Zusammenhang zwischen Herkunftskennzeichnung und dem Konsum heimischer Produkte, und damit der Existenzgrundlage der landwirtschaftlichen Familienbetriebe in Österreich, auf.

08. März 2021
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