'Bezirksbauernratskonferenzen sind gelebte Demokratie im Bauernbund' - Bauernbund Niederösterreich

"Bezirksbauernratskonferenzen sind gelebte Demokratie im Bauernbund"

Die Herausforderungen für die heimische Land- und Forstwirtschaft sind groß. Welche Unterstützung sich die Bäuerinnen und Bauern seitens der Politik erwarten, wurde im Rahmen der Bezirksbauernratskonferenzen 2019 definiert.

LH-Stv. Stephan Pernkopf stellte sich im Teilbezirk (TB) Kirchschlag den Fragen der „Bauernbündler“. (c) ZVG

Beeindruckende Zahlen: 18.466 vom Bauernbundbüro in St. Pölten ausgeschickte Einladungen für 58 Veranstaltungen, zu denen rund 5100 Gäste gekommen waren: Die Bezirksbauenratskonferenzen 2019 des NÖ Bauernbunds wurden einmal mehr von den interessierten Funktionärinnen und Funktionären genutzt, um sich über aktuelle politische Entwicklungen zu informieren und den Verantwortungsträgern die Anliegen der Bauernbündlerinnen und Bauernbündler an der Basis mitzugeben.

Rund 5100 Bäuerinnen und ­Bauern bei 58 Konferenzen

„Die Bezirksbauernratskonferenzen sind für den NÖ Bauernbund gelebte Demokratie. Jeder kann seinen Standpunkt einbringen und jeder vom anderen lernen“, betonen Obmann LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf und Klaudia Tanner. Die Funktionärinnen und Funktionäre – fast ein Drittel davon wurde erst im vorigen Winter in ihr Amt gewählt – zeigten mit ihrer Teilnahme, dass sie ihre Funktion ernst nehmen und mitgestalten möchten. Pernkopf und Tanner: „Mit seinem ehrenamtlichen Einsatz trägt jeder Einzelne dazu bei, dass der Bauernbund als die starke Stimme des ländlichen Raums wahrgenommen wird. Dafür gilt es Danke zu sagen.“ In den kommenden Monaten werde die ganze Aufmerksamkeit auf die anstehenden Wahlen in die Landwirtschaftskammer und die Bezirksbauernkammern gerichtet. Der NÖ Bauernbund habe ein Team nominiert, das die Vielfalt der heimischen Land- und Forstwirtschaft darstelle und bestens geeignet sei, die Absicherung der bäuerlichen Familienbetriebe mit Hausverstand voranzutreiben, so Pernkopf und Tanner.

Keine höheren Leistungen für weniger Geld verlangen

Dass es zahlreiche Herausforderungen für die Bäuerinnen und Bauern auch zukünftig geben wird, wurde in den Diskussionsrunden bei den Bezirksbauernratskonferenzen klar aufgezeigt. Das sinkende Einkommen für die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe war eines der am meisten diskutierten Themen. In Zeiten des Klimawandels ist kaum eine bäuerliche Produktionssparte davon ausgenommen. „Mein eigener Betrieb verliert durch die Borkenkäferkatastrophe in den nächsten 70 Jahren 10.000 Euro pro Jahr. Ein Schaden, den mir niemand ersetzen kann“, machte ein Funktionär aus dem Waldviertel klar, dass beispielsweise die durch den Borkenkäfer entstandenen Schäden auch mittlerweile betriebliche Existenzen gefährden.

Die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz wurden von den Bäuerinnen und Bauern ebenfalls hervorgehoben. Diese Aufgaben könnten aber nur bei ausreichender finanzieller Absicherung der Landwirtschaft erfüllt werden, wurden zu den derzeit laufenden GAP-Verhandlungen die Wünsche an die Politik formuliert: Zum ersten sei ein niedrigerer finanzieller Rahmen bei gleichzeitig steigenden Anforderungen an die Land- und Forstwirtschaft nicht zu akzeptieren. Zum zweiten erwarten die Bäuerinnen und Bauern einen spürbaren Bürokratieabbau. Aber auch der Lebensmitteleinzelhandel sei in die Pflicht zu nehmen. Mit dem Import von ausländischen Produkten würden gleichzeitig niedrigere Standards und Tierleid „mitgekauft“. Im Regal sei für die Konsumentinnen und Konsumenten der Unterschied schwer und in der Gemeinschaftsverpflegung (Krankenhäuser, Schulen und Kantinen) überhaupt nicht mehr erkennbar. Eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung sei daher höchst notwendig, um den heimischen Betrieben Chancengleichheit zu sichern.

Bauernbund ist verlässlicher Partner der Landwirtschaft

Trotz mancher hitziger Diskussion waren sich sowohl Funktionärinnen und Funktionäre als auch politische Verantwortungsträger einig: Das Ziel für die bevorstehenden Landwirtschaftskammer- und Bezirksbauernkammerwahlen muss sein, die Mehrheit des Bauernbunds in der Interessensvertretung abzusichern.
„Bäuerinnen und Bauern brauchen auch zukünftig den Bauernbund, weil niemand sonst ihre Interessen vertritt. Egal ob Ökostromförderung, Glyphosat-Verbot, Stalleinbrüche, Geflügelhaltung oder vieles mehr: Weder rot noch blau haben sich bei entscheidenden Abstimmungen als verlässliche Partner für die Land- und Forstwirtschaft gezeigt“, brachte es eine engagierte Funktionärin auf den Punkt.

02. Januar 2020